Biografie & Identität
Biografie verstehen wir als Konstruktion einer auf Erzählung basierenden Selbstbeschreibung. Identität impliziert immer eine Abgrenzung vom Nicht-Identischen. Diese deduktive Evidenz (die Form der Unterscheidung zwischen Identität und Nicht-Identischem ist per definitionem die Form der Identität, die in eben dieser Unterscheidung liegt) verkompliziert sich in der sozialen Wirklichkeit durch das Beobachten der Beobachtung: Die Selbstbeschreibung trifft auf die Fremdbeschreibung und wird durch diese geformt. Gleichzeitig wird die Differenz erlebbar. Das, was wir gesellschaftlich darstellen, verdanken wir weitgehend der Kontrolle unserer Erscheinung. Vorderbühne und Hinterbühne treten auseinander, damit Selbst- und Fremdschätzung zusammentreten können.