Kleine Bemerkung zur Etymologie:
’Klosett’
Das Material für die Installationen besteht aus dem
Überhörten, dem Marginalen, dem „Nicht-Wertvollen“,
dem Zufälligen, dem Kontingenten, dem sogenannten „Abfall“.
Außerdem führen wir Gespräche mit Passanten und denken
mit ihnen über Fragen nach, die wir auch in anderen Zusammenhängen,
etwa mit Theoretikern und Medienaktivisten, diskutieren. Hier beschäftigt
uns zur Zeit insbesondere die Frage nach der globalen Freizügigkeit.
Ein wichtiger Ort ist für uns die Hasenheide, wie auch die dort im Sommer stattfindenden spontanen Musiksessions. Den Ort „öffentliches Klo“ haben wir aus zwei Gründen gewählt: Zum einen ist das Klo per se exkludiert und gehört nicht zum repräsentativen Teil der jeweiligen Kunst- oder Kulturinstitution. Das gibt uns die Möglichkeit, affirmativ mit diesem Marginal- und Exkludiert-Sein umzugehen und zu veranschaulichen, dass obwohl das Material in einem Kulturort gespielt wird, es immer etwas gibt, das exkludiert bleibt und nicht dazu gehört. Außerdem ist das Klo ein Ort der Ruhe und der Nicht-Repräsentation. Hier muss man nicht darauf achten, wie man wirkt; denn in einer Ausstellung geht es nie allein darum, ein Kunstwerk wahrzunehmen, sondern immer auch darum, wahrzunehmen, wie man bei dieser Wahrnehmung wahrgenommen wird und sich entsprechend zu positionieren. Dieses Positionieren läuft auf dem Klo ins Leere. Wir erhoffen uns auf diese Weise eine Ansprache des Einzelnen auf der Hinterbühne. In den Räumen der Installation kleben wir ein Zettelchen im Flugblattstil mit Tesafilm o.ä. an die Wand, um ein paar Informationen über das Projekt zu geben. Hier ist auch unsere Internet-Adresse zu finden. Das Projekt ist offen: Jeder, der möchte, kann sich beteiligen.
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