| The Number you have dialed
is not assigned
„The Number you have dialed is not assigned“ ist der Versuch, eine Hyperstruktur hörbar werden zu lassen. Das Medium Netzwerk erscheint durch ein zunächst anonymes Subjekt, das alle akustischen Ereignisse anklickt oder anwählt. Auf diese Weise bleibt die Perspektive immer bezeichnet. Der akustische Hörpfad des Zufalls zentriert sich durch ein Entscheidungen treffendes Subjekt. Warum aber versuchen wir, ein Medium (Computer/Netzwerk) in einem anderen (Audio) erscheinen zu lassen? Das Medium bleibt immer der blinde Fleck, das selbst
nur in der Störung erscheint, während all unsere Aufmerksamkeit
im Normalfall auf den von ihm gebildeten Formen liegen (wir sehen Bilder
im TV und nicht den pixelerzeugenden Monitor, wir hören Klänge
und nicht das Medium Luft, was die Schallwellen {über}trägt).
Das Medium selbst zu thematisieren kann heißen, es in seiner Geschichte
zu betrachten (hier kommen vor allem die technischen Medien der Neuzeit
in den Blick) oder aber zu versuchen, es in einem anderen Medium erscheinen
zu lassen. In unserer Arbeit mit Videos haben wir uns lange mit dem Problem der Perspektive auseinandergesetzt und eine Methode entwickelt, in der die Kamera/der Beobachter im Video wieder auftaucht. Damit haben wir versucht, den Grundgedanken des Konstruktivismus in eine Ästhetik zu übertragen. Notiz zur Arbeitsweise: Für die Welt, den Zufall, das Kontingente
(= dasjenige, dem man ansieht, dass es auch anders möglich gewesen
wäre) sind wir blind. Wir können nur Sinnvolles wahrnehmen und
begrifflich vereinfachen. Die Welt entgeht uns. Mittels einer ästhetischen
Struktur, in der die Kontingenz von einem stark überzufälligen
ästhetischen Gebilde gerahmt ist, kann sich das Zufällige, die
Welt (für den, für das jeweilige Kunstwerk Sensiblen) offenbaren
(vgl. Das
Überhörte, pdf). [*1] Die entsprechende Unterscheidung kann auch in
Bezug auf Audio getroffen werden. |